Kostenloses, freies WLAN bald in Hamburg?

In verschiedenen Medien wird derzeit über ein flächendeckendes und kostenloses WLAN für den Stadtteil Hamburg-Nord diskutiert. Dieses Thema besteht seit einigen Monaten zur Debatte. Der Kabelnetzbetreiber willy.tel stellt dieses Vorhaben in Aussicht. Rund 7000 Access Points sollen dafür im Hamburger Zentrum installiert werden. Allen Menschen in diesem Umkreis stünde somit kostenloses Internet für die Mobilgeräte zur Verfügung. Teure Datentarife müssten somit nicht mehr genutzt werden. Für viele Menschen ist außerdem ein Internetanschluss ein zu kostspieliges Unterfangen und diese sind somit von dieser Art der Informations- und Kommunikationsmöglichkeit ausgeschlossen. Mit öffentlichem WLAN in Hamburgs Innenstadt hätte dieses Thema zumindest für die dortige Bevölkerung ein Ende.

Freifunk Hamburg

Das Internet gehört mittlerweile zur öffentlichen Daseinsvorsorge. In anderen Ländern, zum Beispiel in Estland, hat man dies bereits erkannt. Diese Thematik kommt in Deutschland jedoch nur schleppend in Gang. Die Piraten-Partei fordert ein freies, öffentliches WLAN seit Jahren. Die einzige Frage wäre diesbezüglich, warum mit einem privaten Dienstleister wie willy.tel kooperiert werden müsste? In Hamburg gibt es bereits eine Gemeinschaft, welche sich ein freies WLAN für das komplette Hamburger Stadtgebiet zum Ziel gesetzt hat. Rund 700 derartiger Access Points existieren bereits in Hamburg. Diese werden von der Initiative „Freifunk Hamburg“ betrieben. Völlig frei von Kosten und frei können Menschen dadurch ins Internet gelangen, versteckte Kosten sind ausgeschlossen, Analyse und Weitergabe der privaten Daten wird ebenfalls nicht betrieben.

Markus Pöstinger, Parteimitglied der Piraten und Teil der Bezirksversammlung Hamburg-Nord, befürwortet ein derartiges Unterfangen und geht sogar noch weiter. Er schlägt vor, dass jeder Bürger mit Zugang zum Internet diesen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. Dieser soziale Akt sei eine Art „digitales Glas Wasser“. Somit wird jedem Bürger eine Teilhabe am digitalen Leben ermöglicht.

Erste Gespräche haben seitens der Piraten bisher mit „Freifunk Hamburg“ und anderen Parteien stattgefunden. Gemeinsam soll nun ein Antrag auf der bevorstehenden Bezirksversammlung präsentiert werden. So könnten sich die Förderungsmöglichkeiten für dieses Unterfangen im Bezirk ausloten lassen. „Freifunk Hamburg“ will hierbei vorschlagen, die Dächer öffentlicher Gebäude als Standort für die Access Points zu nutzen. Business Smartphones sowie LTE-fähige Mobilfunkgeräte wie beispielsweise das Samsung Galaxy Note 4 (Quelle) würde von diesem kostenlosen und frei zugänglichen WLAN profitieren.