Hamburger Datenschutzbeauftragter fordert von Facebook mehr Aufklärung

In der Nacht zum 30.01.2015 setzte Facebook seine neuen Regeln zum Datenschutz in Kraft. Wer weiterhin Facebook nutzt, akzeptiert die neuen, allerdings umstrittenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen automatisch. Bei Datenschützern in Deutschland stoßen die neuen Regelungen auf viel Kritik. Auch der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar fordert mehr Transparenz von Facebook.

Optimierte Werbeanzeigen für Facebook-Nutzer

Seiner Ansicht nach könnten die aktuellen Nutzungsbestimmungen die Datensicherheit beeinträchtigen. Laut Caspar bestünden „datenschutzrechtliche Zweifel an der Zulässigkeit des beschriebenen Umfangs und der Art der Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten“. Um für mehr Aufklärung zu sorgen, wurden dem Unternehmen hinter Facebook diverse Fragen gestellt, das diese bis Ende Februar beantworten soll. Mit den Neuregelungen geht es u.a. darum die Werbung stärker auf den Nutzer zuzuschneiden. Dafür ist es allerdings nötig, permanent Informationen über das Surfverhalten des Facebook-Mitglieds zu sammeln.

Instagram und WhatsApp als Daten-Zulieferer?

Derzeit sind in Deutschland circa 28 Millionen Nutzer bei Facebook angemeldet. Jeder der ab dem 30. Januar online gegangen ist, hat zugleich die neuen Regelungen akzeptiert. Instagram und WhatsApp, die ebenfalls zum Zuckerberg-Imperium gehören, können mit ungefähr 4 Millionen, bzw. 35 Millionen Nutzern genauso von sich reden machen. Die Gefahr ist, dass auch über diese Plattformen personenbezogene Daten gesammelt und an Facebook weitergegeben werden können.

Digitale Sorglosigkeit der Nutzer beunruhigend

Dass die neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook den Nutzer erheblich in seinem Verhalten im Internet überwachen können, scheint vielen der Deutschen nicht bewusst. Die Plattform meinungsstudie.de befasste sich Anfang des Jahres mit dem Thema Sicherheit im Internet. Der Beitrag zeigt, dass die digitale Sorglosigkeit „zu den größten Bedrohungen im Internet“ zählt. Demnach würden zahlreiche Nutzer zu nachlässig mit ihren Daten umgehen. Die Folge ist, dass diese allzu offen im Netz der Welt präsentiert würden.

Möglichkeiten, um das Tracking einzuschränken

Um eines klarzustellen: Facebook verkauft keine persönlichen Daten. Dennoch verdienen sie mit der Werbung, die sie passend zu den Surfgewohnheiten des Nutzers platzieren, eine Menge Geld. Darüber hinaus bekommt Facebook auch mit, was mit dem Smartphone gemacht wird; welche Apps genutzt und welche Internetseiten aufgerufen werden.

Der beste Schutz gegen das sogenannte Tracking ist und bleibt sich von Facebook abzumelden. Da dazu allerdings nur die allerwenigsten bereit sind, muss man die Beobachtung im Netz wohl oder übel hinnehmen. Ein Tipp, um zumindest das Tracking am PC einzudämmen, ist zwei verschiedene Browser zu benutzen. Der eine dient ausschließlich der Nutzung von Facebook, der zweite dem Surfen im Netz. Zudem gibt es kostenlose Tools im Netz, die zuverlässig jegliche Tracker löschen.

Nun heißt es warten, bis sich die AGBs aufs Neue verändern…

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