Artensterben in Hamburg

In Hamburg zeichnet sich offenbar ein großes Artensterben ab.
Wie der Bund für Umwelt- und Naturschutz BUND auf Anfrage von NDR 90,3 mitteilte,
sind 35 Prozent der Brutvogelarten in Hamburg ausgestorben oder vom Aussterben bedroht.
Bei den heimischen Pflanzen steht bereits jede zweite auf der sogenannten „Roten Liste“.
Hamburg bestätigt damit einen bundesweiten Trend. Bundesumweltminister Gabriel hatte
gestern bekannt gegeben, dass in Deutschland 40 Prozent der heimischen Pflanzen und
Tiere vom Aussterben bedroht sind.
50 Weißstorchenpaare brüteten früher in Hamburg. Heute zählt Bernd Quellmalz vom
Naturschutzbund NABU gerade noch 15. Die Ursachen liegen für den Umweltschützer klar
auf der Hand. Durch den Wohnungsbau auf der grünen Wiese, etwa in den Vier- und Marsch-
landen, werde den Vögeln ihr Nahrungsangebot und Lebensraum genommen.
„Von den 185 Brutvogelarten, die es einmal in Hamburg gab, ist jede dritte Art entweder
akut bedroht oder bereits ausgestorben“, ergänzt Manfred Braasch vom BUND. Dazu zählten
zum Beispiel der Waldwasserläufer oder die Grau-Ammer. Eine noch dramatischere Ent-
wicklung beobachten die Naturschützer bei den Pflanzen. Laut BUND-Statistik steht jede zweite
heimische Pflanze bereits auf der Roten Liste. Und dabei trage gerade Hamburg eine besondere
Verantwortung, mahnt Braasch. Auf Grund der außergewöhnlichen Lage zwischen Marsch und
Gest und kontinentalem und atlantischem Klima finde man hier sehr seltene Gewächse.
Von dem Schierlingswasserfenchel, der ausschließlich im Süsswasser-Watt gedeiht, gibt es
weltweit nur noch 1500 Pflanzen, so Brasch. Rund die Hälfte davon wachse in Hamburg.
Beim Artensterben bestätigt Hamburg einen traurigen bundesweiten Trend.
Bundesumweltminister Gabriel hatte gestern bekannt gegeben, dass in Deutschland 40 Prozent
der heimischen Pflanzen und Tiere vom Aussterben bedroht sind.

Pressemeldung NDR